Wie viel spart man mit neuen Fenstern in einer Wohnung aus den 70er-Jahren in Alicante? Wir rechnen nach

Fassade eines Altbaus mit Holzfenstern und Fensterläden

„Mit neuen Fenstern sparen Sie 50 % auf Ihrer Rechnung.“ Solche Sätze haben Sie sicher schon gelesen. Wir holen lieber den Taschenrechner heraus. Wir haben eine ganz typische Wohnung in Alicante aus den 70er-Jahren genommen und berechnet, was sich beim Austausch ihrer Fenster wirklich ändert: Euro, Temperatur und Lärm.

Wichtiger Hinweis: Dies ist eine Simulation mit technischen Referenzwerten, keine Messung in einer bestimmten Wohnung. Wir nennen Ihnen alle Annahmen, damit Sie sie überprüfen und auf Ihren Fall übertragen können.

Die Ausgangslage: eine Wohnung wie Tausende in Alicante

  • 85-m²-Wohnung im dritten Stock, mit Fassade zu einer stark befahrenen Straße.
  • Sieben Fenster und eine Balkontür: insgesamt rund 14 m² Fensterfläche.
  • Aluminium-Schiebefenster ohne thermische Trennung, mit 4 mm Einfachverglasung.
  • Heizung und Kühlung über eine Wärmepumpe (Split-Klimagerät) im Wohnzimmer und in den Schlafzimmern.
  • Angenommener Strompreis: 0,18 €/kWh.

Bei solchen Fenstern hat die Kombination aus Rahmen und Glas einen Wärmedurchgangskoeffizienten (Uw) von etwa 5,7 W/m²K. Übersetzt heißt das: Jeder Quadratmeter Fenster lässt Wärme entweichen, fast als wäre er ein Loch mit einer dünnen Folie davor. Und alte Schiebefenster bringen noch ein weiteres Problem mit: die Ritzen.

Die gewählte Lösung und warum

Für diese Wohnung haben wir PVC-Mehrkammerfenster mit Doppelverglasung vorgesehen: Low-E-Glas mit Sonnenschutz auf der Außenseite, ein mit Argon gefüllter Scheibenzwischenraum und ein Warme-Kante-Abstandhalter. An der Straßenfassade kommt Schallschutz-Verbundglas zum Einsatz.

Das Ergebnis ist ein Uw-Wert von etwa 1,3 W/m²K, viermal niedriger als beim ursprünglichen Fenster. Außerdem haben wir die Schiebefenster durch Dreh- und Dreh-Kipp-Fenster ersetzt, die mit Anpressdruck gegen die Dichtungen schließen und Luftundichtigkeiten nahezu beseitigen.

Warum Sonnenschutz? Weil in Alicante die hohen Kosten nicht nur im Winter anfallen. Eine Einfachverglasung lässt rund 85 % der Sonnenenergie durch; ein Sonnenschutzglas kann unter 45 % bleiben. Im Sommer merkt man das an der Klimaanlage.

Die Ergebnisse: was die Zahlen sagen

Bei der Rechnung

Wenn man die Verluste über Glas und Rahmen, die Luftundichtigkeiten und den solaren Wärmeeintrag im Sommer zusammenrechnet, kommen wir zu folgender Schätzung:

  • Heizung: Der Stromverbrauch sinkt um etwa 450 kWh pro Jahr, rund 80 €.
  • Klimaanlage: Er sinkt um etwa 500 kWh pro Jahr, rund 90 €.
  • Gesamt: zwischen 150 und 250 € pro Jahr, je nach Ausrichtung und Gewohnheiten der Familie.

Das mag wenig erscheinen im Vergleich zu dem, was manche Werbung verspricht, und genau das möchten wir Ihnen zeigen. Mit einer Wärmepumpe, die sehr effizient ist, fällt die Ersparnis in Euro moderater aus. Wird Ihre Wohnung mit elektrischen Heizkörpern oder Butanöfen beheizt, kann die Ersparnis dreimal so hoch sein, weil jede verlorene kWh Wärme deutlich mehr kostet.

Bei der Temperatur

Hier liegt der Unterschied, den man im Alltag am meisten spürt. Stellen Sie sich eine Januarnacht mit 5 °C draußen und 20 °C im Wohnzimmer vor:

  • Die Innenseite der Einfachverglasung bleibt bei etwa 9 °C. Sie setzen sich ans Fenster und spüren die Kälte, obwohl das Thermostat 20 anzeigt.
  • Mit Low-E-Doppelverglasung steigt diese Oberfläche auf etwa 18 °C. Das Gefühl einer kalten Wand verschwindet.

Und da das Glas nicht mehr unter den Taupunkt fällt, ist auch das morgendliche Kondenswasser vorbei.

Beim Lärm

Ein altes Aluminium-Schiebefenster mit Einfachverglasung dämmt meist etwa 20-25 dB, vor allem wegen der Ritzen. Ein Drehfenster mit Schallschutz-Verbundglas kann 36-40 dB erreichen.

Jede 10 dB Unterschied werden ungefähr als Halbierung des Lärms wahrgenommen. In der Praxis wird der Verkehr auf der Straße von „zu laut zum Fernsehen“ zu einem Hintergrundrauschen.

Der Ablauf der Arbeiten, Schritt für Schritt

  1. Technischer Besuch und Aufmaß: Die Fensteröffnungen, der Zustand der Blendrahmen und der Rollläden werden geprüft.
  2. Fertigung nach Maß: Jedes Fenster wird für seine genaue Öffnung gefertigt.
  3. Ausbau und Einbau: In einer Wohnung dieser Größe dauert das meist ein bis zwei Tage, Fenster für Fenster, ohne die Wohnung offen zu lassen.
  4. Abdichtung der Anschlussfuge: Schaum und Dichtung zwischen Fenster und Mauerwerk. Es ist der Teil, den man nicht sieht, und der das Ergebnis am stärksten beeinflusst.
  5. Abschlussarbeiten und Einstellung der Beschläge.

Was die Ersparnis in Euro nicht verrät

Wenn Sie nur auf die Rechnung schauen, kann sich die Investition erst nach langer Zeit amortisieren. Aber neue Fenster bringen auch thermischen Komfort, weniger Lärm, das Ende des Kondenswassers und mehr Sicherheit. Außerdem können sie den Wert der Immobilie steigern und ihren Energieausweis verbessern.

Denken Sie daran, dass solche Arbeiten in Spanien steuerlich (IRPF, spanische Einkommensteuer) als Verbesserung der Energieeffizienz absetzbar sein können, wenn dies mit Energieausweisen vor und nach den Arbeiten nachgewiesen wird. Informieren Sie sich vor Beginn über die aktuellen Voraussetzungen.

Und bei Ihnen zu Hause?

Jede Wohnung ist anders: Ausrichtung, Stockwerk, Heizsystem, Gewohnheiten. Wenn Sie wissen möchten, welche Zahlen sich in Ihrem Fall ergeben würden, kommen wir von Replus zum technischen Besuch und geben Ihnen eine ehrliche Einschätzung, ohne Werbeversprechen.