Kondenswasser an Fenstern: Warum es entsteht und wie Sie es vermeiden

Kondenswassertropfen auf einer Fensterscheibe

Sie stehen auf, ziehen den Rollladen hoch und da ist es: Die Scheibe trieft, in der Laufschiene steht eine kleine Pfütze und an der Dichtung zeigt sich ein schwarzer Schatten. Bevor Sie Ihre Fenster abschreiben, atmen Sie durch. Kondenswasser hat eine ganz einfache physikalische Erklärung und lässt sich oft ohne Umbau beheben. Manchmal ist es aber tatsächlich das Fenster, das ersetzt werden möchte. Sehen wir uns an, wie Sie das unterscheiden.

Warum Fenster „schwitzen“: der Taupunkt

Die Luft in der Wohnung enthält immer Wasserdampf. Trifft diese warme Luft auf eine kalte Oberfläche, kühlt sie ab und kann nicht mehr die gesamte Feuchtigkeit halten: Der Dampf wird zu Tropfen. Die Temperatur, bei der das passiert, nennt man Taupunkt.

Ein Beispiel: Bei 20 °C im Wohnzimmer und 60 % relativer Luftfeuchtigkeit liegt der Taupunkt bei etwa 12 °C. Sinkt die Innenseite der Scheibe oder des Rahmens unter diese Temperatur, bildet sich Wasser. Deshalb passiert es vor allem in den frühen Morgenstunden, nach einer kalten Nacht und stundenlangem Atmen bei geschlossenen Fenstern.

An der Küste von Alicante kommt ein weiterer Faktor hinzu: Die Luftfeuchtigkeit ist fast das ganze Jahr über hoch. Die Winter sind mild, aber die Luft ist so feucht, dass es keine eisigen Temperaturen braucht, damit die Scheiben beschlagen.

Wo das Wasser auftritt und was es Ihnen sagt

Achten Sie darauf, wo es sich bildet, denn das ist die beste Diagnose, die Sie ohne Werkzeug stellen können.

  • Auf der Innenseite der Scheibe: der häufigste Fall. Er deutet auf zu hohe Luftfeuchtigkeit, zu wenig Lüftung oder ein schlecht isolierendes Glas hin.
  • Zwischen den beiden Scheiben der Doppelverglasung: ein schlechtes Zeichen. Die Versiegelung des Scheibenzwischenraums ist defekt, und Lüften hilft nicht; das Glas muss ausgetauscht werden.
  • Auf der Außenseite: So seltsam es klingt, das ist meist eine gute Nachricht. Das Glas isoliert so gut, dass seine Außenseite kalt bleibt und den Morgentau sammelt. Mit der Sonne verschwindet es.
  • Am Rahmen statt am Glas: Das liegt am Profil, typisch für alte Aluminiumrahmen ohne thermische Trennung.
  • In einem Streifen am Glasrand: Meist ist der metallische Abstandhalter zwischen den Scheiben schuld, der als Wärmebrücke wirkt.

Die Dampffabriken in Ihrem Zuhause

Eine vierköpfige Familie erzeugt täglich mehrere Liter Wasserdampf, ohne es zu merken. Die üblichen Verdächtigen: Kochen ohne Deckel oder Dunstabzug, lange Duschen bei offener Tür, Wäsche in der Wohnung trocknen, bei geschlossenem Schlafzimmer schlafen und Butanöfen, die beim Verbrennen Dampf freisetzen.

So vermeiden Sie Kondenswasser ohne Umbau

Probieren Sie Folgendes ein paar Wochen lang aus. Verschwindet das Problem, lag es nicht am Fenster.

  • Kurz und kräftig lüften: fünf bis zehn Minuten mit gegenüberliegenden offenen Fenstern, am besten gleich morgens.
  • Luftfeuchtigkeit messen: Ein Hygrometer kostet sehr wenig. Ideal sind 40 % bis 60 %. Liegt der Wert bei Ihnen regelmäßig über 65 %, ist die Feuchtigkeit das Problem, nicht das Fenster.
  • Dunstabzüge nutzen: in Küche und Bad, solange Dampf entsteht, und noch einige Minuten danach.
  • Die Scheibe atmen lassen: Dicke, eng anliegende Vorhänge halten kalte, feuchte Luft direkt am Glas fest.
  • Eine gleichmäßige Temperatur halten: Nachts die Heizung abzuschalten und morgens stark aufzudrehen, lässt das Kondenswasser in die Höhe schnellen.
  • Einen Luftentfeuchter einsetzen in Räumen, die sich schwer lüften lassen.
  • Das Wasser jeden Morgen abwischen, damit es nicht in den Dichtungen stehen bleibt.

Von der nassen Scheibe zum Schimmel ist es nur ein Schritt

Gelegentliches Kondenswasser ist nicht schlimm. Problematisch wird es, wenn es täglich auftritt: Das Wasser durchnässt Dichtungen und Laufschienen, das Silikon wird schwarz und der Schimmel greift auf die Wand über. Wenn Sie bereits Flecken haben, reinigen Sie sie mit verdünnter Bleichlauge oder einem Anti-Schimmel-Mittel, mit Handschuhen und bei geöffnetem Fenster. Und bekämpfen Sie die Ursache, sonst kommen sie wieder.

Wann das Fenster wirklich ausgetauscht werden sollte

Wenn Sie Luftfeuchtigkeit und Lüftung im Griff haben und das Wasser trotzdem bleibt, ist das Fenster überfordert. Die Anzeichen:

  • Einfachverglasung oder alte Doppelverglasung ohne Low-E-Glas (Wärmeschutzglas).
  • Aluminiumrahmen ohne thermische Trennung, die innen tropfen.
  • Kondenswasser zwischen den Scheiben.
  • Ausgetrocknete Dichtungen, Zugluft oder Verschlüsse, die nicht mehr richtig schließen.

Ein PVC-Mehrkammerprofil oder ein Aluminiumprofil mit thermischer Trennung, kombiniert mit Low-E-Glas und einem Warme-Kante-Abstandhalter, hält die Innenseite nahe an der Raumtemperatur. Sinkt diese Oberfläche nicht unter den Taupunkt, verschwindet das Kondenswasser.

Achtung: Ein neues, dichtes Fenster sorgt dafür, dass das Haus nicht mehr durch die Ritzen „atmet“. Nach dem Austausch sollten Sie Ihre Lüftungsroutine beibehalten oder eine im Beschlag integrierte Mikrolüftung in Betracht ziehen.

Zusammengefasst

Wenn Ihre Fenster schwitzen, heißt das nicht immer, dass sie ausgetauscht werden müssen. Achten Sie darauf, wo das Wasser auftritt, messen Sie die Luftfeuchtigkeit und passen Sie die Lüftung an. Reicht das nicht aus, liegt das Problem am Glas oder am Profil, und dann lohnt es sich, einen Fachmann draufschauen zu lassen. Bei Replus sagen wir Ihnen ehrlich, ob Ihr Fenster repariert werden kann oder ersetzt werden muss.